Samuel Stucki

Im Auge des Robbenbabys - zum Tode von Franz Weber

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Wenn prominente Personen sterben, so steht dies in den Zeitungen.
Im Fernsehen sieht man einen eilends zusammengestellten Lebensrückblick.
Man meint den Menschen zu kennen.
Doch was steckt hinter den Schlagzeilen? Was machte das Leben des
Prominenten aus? Was hat ihn oder Sie bewegt?
In meinen Betrachtungen schaue ich hinter die Fassade des ersten
Eindrucks.


Ich frage, was das gelebte Leben von
innen her ausgemacht hat?
Was weist über das Leben hier auf Erden
hinaus auf das Ewige?
Samuel Stucki,
Im Auge des Robbenbabys
Ich war selber noch ein Baby. Damals, als Franz Weber anfing, die Natur und die Tierwelt zu schützen. Ich konnte damals noch nicht lesen, aber die Bilder blätterte ich immer und immer wieder durch.
Die Bilder mit den Robbenbabys in Kanada. Die weissen Tiere, in ihrem plüschigen Fell, mit ihren runden Augen. Sie sahen mir damals direkt ins Herz. Franz Weber setzte sich erfolgreich dafür ein, dass diese Robbenbabys in Kanada nicht mehr gejagt werden dürfen. 35 Länder haben darauf den Import von Robbenprodukten verboten, darunter die Schweiz. Brigitte Bardot, die Schauspielerin aus Paris kämpfte an seiner Seite.
Franz Weber setzte sich zeitlebens für den Erhalt der Schöpfung ein. Insgesamt 27 Initiativen für Tier und Natur lancierte er. Noch im Jahre 2012 führte er die Zweitwohnungsinitiative zum Erfolg. Am 2. April ist Franz Weber verstorben.
Menschen wie Franz Weber sind existentiell für die Erde. Dank seinem Engagement wurde eine ganze Generation Menschen auf Missstände aufmerksam. Die Bilder der Robbenbabys gingen um die Welt. Sie haben sich in mein Herz geprägt, in mir das Bewusstsein zuallererst geweckt, die Schöpfung Gottes zu schützen.

Wo holte sich Franz Weber die Kraft? Was gab ihm immer wieder den Antrieb?
Wie konnte er bis ins hohe Alter so voller Tatendrang sein? – Sein Weg lag darin, dass er sich in seinem Engagement nicht einfach selbst verwirklichen wollte. Er sah in seiner Aufgabe eine Mission, die sein menschliches Wesen übersteigt: «Ich habe die Überzeugung, das Richtige zu tun», war sein Leitmotiv.

Das Leben von Franz Weber ist ein Aufruf. Jeder Mensch kann nach seinen Möglichkeiten etwas zum Schutz der Schöpfung tun; denn sie, die jeden Tag mit grosser Brutalität behandelt wird, braucht uns, dich uns mich.

In den Augen der leidenden Robbenbabys sah ich so viel Leid und Schmerz. Ich wollte als Fünfjähriger auch etwas tun, und ich bin mit knapp 8 Jahren dem WWF beigetreten und habe Sammelmarken verkauft. In der ganzen Verwandtschaft und Nachbarschaft. Die Bilder lehren mich, wie wichtig es ist, in unserer bildergefluteten Zeit, diejenigen Bilder auszuwählen, die etwas Positives bewegen können. Als Erwachsene sollten wir es unseren Kindern nicht schuldig bleiben, ihnen diese Bilder der geschundenen Schöpfung zu zeigen, und ihre Fragen ernst zu nehmen. Es liegt nahe, Wege zu zeigen, was jedes unter uns zum Schutz beitragen kann. Hier und heute.
Bereitgestellt: 10.04.2019     Besuche: 12 Monat 
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