Adrian Herrmann

Beten im Wald

Bild Bericht Beten im Wald —  Der Wald lädt ein, sich zu sammeln, zu beten.<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>reformiert-solothurn.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>22</div><div class='bid' style='display:none;'>3976</div><div class='usr' style='display:none;'>17</div>

Gebete – denke ich – sind an allen Orten möglich, sogar beim Warten in der Schlange an der Kasse oder im Stau auf der Autobahn. Und dennoch scheinen einige Orte viel geeigneter zu sein als andere.
Sabine Palm,
Orte, die mich abschirmen vom Alltagstrubel und in die Ruhe führen, berühren und inspirieren mich. Sie laden mich ein zur Besinnung, zur Sammlung, zum Gebet. Ein solcher Ort ist für mich der Wald. Hier fühle ich mich Gott, dem Schöpfer, so nahe. Täglich bin ich dort mit unserem Hund unterwegs. Auch im Wald habe ich so meine Gewohnheiten und Rituale. In der kleinen Schlucht, die nach Bellach führt, bin ich oftmals mutterseelenallein; kein Mensch ist weit und breit zu sehen. Das Bächlein plätschert; ich höre den Vögeln zu, ab und zu huscht eine vorwitzige Maus aus ihrem Loch, hin und wieder begegnen mir Rehe.

Dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, gab es eine Stelle, an der zwei Bäume so übereinander gefallen waren, dass sie in der Luft ein grosses Kreuz bildeten, unter dem man – wie in einer Höhle – Schutz und Geborgenheit finden konnte. Mir kam dieser Platz vor wie ein «Wald-Dom». Inzwischen hat der Sturm diesen «Wald-Dom» zerstört. Zurückgeblieben ist ein grosser Asthaufen. Und dennoch verweile ich dort für gewöhnlich. Ich denke dann an all die Menschen, die mir am Herzen liegen, Menschen in der Nähe und der Ferne, auch an die Menschen, denen ich in der Gemeinde begegnet bin und deren Sorgen und Ängste ich kenne. Ich nehme mir Zeit, an all diese Menschen intensiv zu denken, halte Fürbitte und danke. Am Ende steht meistens der bekannte Satz Jesu, der sinngemäss lautet: Aber nicht mein, sondern Dein Wille geschehe. (Lk. 22,42 oder Mt. 26,42)

Der Wald in seiner wilden, stillen Schönheit bietet mir die Möglichkeit, mein Gebet an Gott zu richten, er ist für mich eine Quelle der Kraft, der Ruhe, des Vertrauens und der innigen
Verbundenheit mit Gott, dem Schöpfer.
Bereitgestellt: 19.03.2020     Besuche: 68 Monat