Gabi Wartmann

Impuls zum Tag - 24. März 2020

Holzbank im Sommer<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenweb.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>205</div><div class='bid' style='display:none;'>856</div><div class='usr' style='display:none;'>24</div>

So lange wir keine öffentlichen Veranstaltungen durchführen können, publizieren wir täglich einen Impuls zum Tag. Heute zum Thema: "Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe."
Sabine Palm,
Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, von ihm kommt mir Hilfe.
Nur er ist mein Fels, meine Burg; darum werde ich nicht wanken. Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung. Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre; Gott ist mein schützender Fels, meine Zuflucht.(Aus Psalm 62)


Da war er wieder, dieser unangenehme Drang, der mich in den letzten Tagen immer wieder befallen hat: Es ist der Drang, etwas tun zu müssen, nicht einfach „untätig“ zu sein, sondern die Zeit zu nutzen, zu produzieren... Ich glaube, wir alle sind in unserer Gesellschaft dermassen auf Leistung getrimmt, dass es beinahe unerträglich ist, nicht wie gewohnt von einer Aufgabe zur nächsten zu eilen.

Und dabei hatte ich mir doch gerade erst genau darüber Gedanken gemacht: Dieses Virus zwingt uns förmlich zur Ruhe; es zwingt uns, nicht ständig aktiv zu sein; es zwingt uns dazu, uns im Stillhalten und Aushalten einer Situation zu üben, die wir gerne ändern würden.

Und vielleicht zwingt uns das Virus auch, die üblichen Allmachtsphantasien loszulassen, wir hätten unser Leben im Griff, wir hätten unsere Gesundheit im Griff, wir hätten die Arbeit im Griff oder wir hätten die Beziehung im Griff...
Der Kopf weiss schon lange, dass dem nicht so ist. Nur kommt das so schlecht an anderen wichtigen Schaltzentralen in mir an.

Das Virus zwingt mich zur Ruhe, zum Aushalten und zur Demut. Es führt mich an meine Grenzen und zeigt mir auf, WIE VIEL da ist in meinem Leben, in dieser Zeit, in dieser Gesellschaft, auf dieser Erde... das ich nicht beeinflussen kann.

Das lässt mich demütig werden und erneut begreifen: Mein Leben liegt in Gottes Hand. Vielleicht ist jetzt die Zeit, diesen Umstand täglich zu meditieren.
Vielleicht ist das auch eine Chance.

Wohin würden mehr Ruhe und weniger Aktivismus mich führen?
Diesbezüglich lohnt es sich, über das folgende Zitat von Max
Feigenwinter nachzudenken: „Ich will kürzertreten, weniger tun, bewusster leben, obwohl alles noch gut geht, obwohl ich noch mag, obwohl vieles mich fordert. Ich will (ich muss!) zur Ruhe kommen, mich mehr spüren, meine Grenzen wahrnehmen, Kräfte schöpfen, damit ich dir begegnen, für dich da sein kann.“

Ich wünsche Ihnen diese Zeiten der Ruhe.
Pfarrerin Sabine Palm


Hier finden Sie weitere » Impulse zum Tag.
Bereitgestellt: 24.03.2020     Besuche: 48 Monat