Gabi Wartmann

Impuls zum Tag - 6. April 2020

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So lange wir keine öffentlichen Veranstaltungen durchführen können, publizieren wir täglich einen Impuls zum Tag. Heute zum Thema: Gott findet uns immer.
Res Tanner,
«Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.» Lukas 15,24

Kennen Sie das Gefühl des Verloren-Seins auch? Oder gar des Vergessen-Seins? Der verlorene Sohn im berühmten Gleichnis Jesu (Lukas 15,11-32) ist sich im Irrgarten seiner Gier, seiner Prahlerei, Prasserei und seines Eigensinns selbst abhandengekommen. Er fühlte sich verloren.
Für seinen Vater zu Hause war er nie ein Verlorener und schon gar nie ein Vergessener. Er wusste: Irgendeinmal kehrt mein Sohn zurück, irgendeinmal findet der Sonnenstrahl meiner Liebe ihn in seinem finsteren Verliess. Irgendeinmal wird er von meinem Erbarmen in seinem Schweineleben berührt. Auch wenn niemand mehr an ihn dachten – aus dem Gedächtnis, aus dem Herzen seines Vaters konnte er nicht fallen.

Man braucht nicht an einen Tiefpunkt des Lebens zu gelangen wie der »verlorene« Sohn. Man kann sich auch in einem ganz geordneten Leben verloren und vergessen vorkommen, gerade jetzt in Corona Zeiten. Da sterben Menschen in der Intensivstation – zwar umsorgt von Pflegekräften und Ärzten – dennoch einsam, ohne warme Hand und bekannte Stimme lieber Angehöriger.

Und: Nicht nur in Corona-Zeiten fühlen sich Menschen verlassen und verloren. Kann es nicht auch sein, dass ein sozial gut vernetzter Mensch, eine engagierte, aufgeschlossene Zeitgenossin, ein erfolgreicher Berufsmann, ein tief gläubiger Mensch an Endpunkte gelangt - und sich fragt: Wo bin ich? Wo ist mein Gott? Hat er mich vergessen?

Das Gleichnis schenkt uns die Gewissheit, dass ER da ist und mich und dich genauso wenig vergisst, wie der Vater seinen »verlorenen« Sohn vergessen kann. Wir sind schon gefunden!

Pfarrer Res Tanner

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Bereitgestellt: 06.04.2020