Alexandra Flury-Schölch

Abendgottesdienst mit Musik & Poesie

Mesopotamien (Foto: Alexandra Flury-Schölch)

Ein Land, das ich dir zeigen will

Am Sonntag, 13. Juni, 19.00 Uhr, führt ein Abendgottesdienst in Musik & Poesie auf eine Reise nach Kurdistan. Dieses Land im Süden der Türkei und im Norden Syriens und Iraks klingt für einen Gottesdienst in der Stadtkirche Solothurn fremd und weit entfernt. Im Hinhören, in Wort und Klang, wird sich jedoch eine überraschende Vertrautheit einstellen.
Alexandra Flury-Schölch,
Saeed Qadir, Mitglied unserer Kirchgemeinde, der diesen Gottesdienst auf seiner Violine mitgestaltet, kommt aus Kurdistan im heutigen Nordirak. Abgesehen von seinem vertrauten Gesicht klingt Kurdisch eher nach unbekanntem Gefilde.
Gibt man «Kurdistan» bei Google ein, findet man auf den ersten Klick Bilder von Menschen, die demonstrieren und gelb-grün-rote Fahnen schwenken. Es folgen Fotos von Panzern und Menschen mit Gewehren. Manchen kommt vielleicht Abenteuerromantik mit Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar in den Sinn. Wer bei Kurdistan aber nur an die aktuell politischen Konflikte oder an Karl Mays Romane denkt, hat noch viel zu entdecken.

«Geh, mach dich auf den Weg, in ein Land, das ich dir zeigen will!»
Das klingt vertraut. So fordert Gott Abraham auf, sich auf eine Reise in unbekanntes Gefilde zu machen. Das erste Ziel liegt im Zweistromland: in Haran im Norden Mesopotamiens. Dieses fruchtbare Land zwischen den Flüssen Tigris und Euphrat ist die Wiege einer der frühen Hochkulturen und die Heimat vieler biblischer Geschichten. Hier liegt das Vorbild für den Garten Eden. Hier verortet man die Erzählung von Noah und seiner Arche. Hier im sagenhaften Ninive mit seinem goldenen Löwentor auf blauen Ziegeln sehen wir Jona predigen. Mesopotamien gilt als Wiege unserer Kultur und viele Kulturschätze liegen noch unentdeckt unter dem mit Kornfeldern und rotem Mohn bedeckten Ackerboden.

Zwischen Euphrat und Tigris entwickelte man die Kunst zu schreiben. Doch nicht nur diese 5000 Jahre alte Poesie bewegt bis heute. Es wird dort nach wie vor berührende Musik und Poesie geschrieben, gespielt, erzählt. In der Schönheit von Musik und Poesie soll nicht das Heute in Krieg und Konflikten übergangen werden. Im Gegenteil. Musik und Poesie können helfen, das Menschliche und Schützenswerte unseres gemeinsamen Lebens neu zu sehen.

Gottesdienst mit Musik & Poesie
Sonntag, 13. Juni 2021, 19.00 Uhr
Reformierte Stadtkirche Solothurn
Saeed Qadir (Violine)
Mahmoud Ibrahim (Saz)
Ursula Aerni (Violine)
Ruwen Kronenberg (Bratsche, Klavier)
Familie Allemann (Geige, Oboe, Perkussion)
Ursula Hofer und Pfrn. Alexandra Flury-Schölch (Lesungen)

Eintritt frei, Kollekte für Fonds Saeed Quadir
» Anmeldung hier
Bereitgestellt: 25.05.2021     Besuche: 58 Monat