Thala Linder

75 Jahre HEKS in Bildern

HEKS Fotoausstellung 75 Jahre HEKS wie plakat (Foto: HEKS)

Die Stadtkirche ist auch ein Ausstellungsraum. In der zweiten Novemberhälfte zeigt eine Fotoausstellung Eindrückliches und Erstaunliches aus 75 Jahren Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS). Der Blick in die Vergangenheit regt zum Nachdenken über Gegenwart und Zukunft an.
Thala Linder,
Sich mit Vergangenem zu beschäftigen, ist inspirierend für Gegenwart und Zukunft. So war im letzten November die Ausstellung zur illegalen Pfarrerin gut besucht: immer wieder sass jemand vor den Ausstellungskisten und lauschte gespannt den Stationen in Greti Caprez Leben. Jüngere BesucherInnen waren erstaunt, was damals für Frauen alles anders war.
Auch dieses Jahr zeigen wir eine Ausstellung, die uns in die Vergangenheit mitnimmt. Seit ihren Anfängen ist die reformierte Kirche in der Schweiz caritativ tätig: schon zu Zwinglis Zeiten verteilte sie nahrhaftem Brei an Arme. Am Ende des zweiten Weltkriegs, sammelten die evangelischen Kirchen Schweiz für die notleidende Bevölkerung im kriegsversehrten Europa. Die Solidarität war riesig, über zwei Millionen Franken kamen zusammen. Um dieses Geld schnell und richtig zu verteilen, die Hilfsaktionen zu organisieren und koordinieren, gründete der Evangelische Kirchenbund am 1. Januar 1946 das «Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz»(HEKS).

Ein Hilfswerk entsteht
HEKS organisierte Notspeisungen für Kinder und ältere Menschen, gründete Waisenhäuser und Kinderheime, verschickte Rohbaumwolle, die zu Leintüchern verarbeitet an Flüchtlinge und Spitäler gespendet wurde. HEKS ermöglichte Kriegskindern Erholungsaufenthalte in der Schweiz und lieferte Barackenkirchen ins kriegszerstörte Ausland. In den HEKS-Sammelstellen für Naturalien trugen Schweizer Gemeinden tonnenweise Kleider, Schuhe, Decken, Seife, Konserven, Kartoffeln für ihre Nachbarn in Europa zusammen. Damals dachte niemand an ein bleibendes Werk.

HEKS Jubiläumsausstellung
75 Jahre sind seither vergangen – und HEKS ist immer noch da. Aus der zwischenkirchlichen Hilfs- und Wiederaufbauarbeit in Nachkriegseuropa ist ein weltweites Engagement für eine menschlichere und gerechtere Welt geworden. Die Ausstellung zum Jubiläum zeigt verschiedene Meilensteine, Pionier-Projekte, mutige Positionsbezüge aber auch auf herausfordernde und schwierige Momente in der Geschichte des Hilfswerks. Bei der Vernissage in Solothurn am 12. November steht Hanspeter Bigler, Bereichsleiter Kommunikation beim HEKS, Rede und Antwort und kommt mit den Anwesenden über Sinn und Zweck eines kirchlichen Hilfswerks in unserer Zeit ins Gespräch.

Fortsetzung folgt – mit neuen Herausforderungen
Wer die 24 Bilder der Ausstellung betrachtet, stellt sich vielleicht Fragen: Welche Hilfe ist nachhaltig? Wo sind wir heute noch solidarisch? Weshalb spende ich (nicht)? Die Bereitschaft zu spenden wird immer kleiner, das merken auch die kirchlichen Hilfswerke. Um Ressourcen zu sparen und doch weiterhin «im Kleinen Grosses bewirken» zu können, fusionieren 2022 «Brot für alle» und HEKS zu einem neuen Werk. So werden Kompetenzen und Ressourcen der beiden Werke gebündelt und Voraussetzungen geschaffen, nicht nur die Wirkung von Projekten zu optimieren, sondern auch drängenden neueren Herausforderungen wie dem Klimawandel oder globalen Pandemien begegnen zu können. Wie das gehen könnte, zeigt vielleicht auch ein Blick in die letzten 75 Jahre von HEKS.

» Vernissage Ausstellung 75 Jahre HEKS
mit Zertifikat
Ab 18.00 Uhr Ausstellung
19.00 Uhr Film "75 Jahre HEKS"
anschliessend Gespräch und Ausstellungsbesuch
Stadtkirche Solothurn
» Ausstellung 75 Jahre HEKS
Freitag, 12. bis Sonntag, 28. November 2021
jeweils 10.00 bis18.00 Uhr, ausser während Veranstaltungen
Stadtkirche Solothurn
Die Ausstellung ist für alle zugänglich, es gilt eine Maskenpflicht.
Bereitgestellt: 12.11.2021     Besuche: 55 Monat