Otfried Pappe

Reformiertes Gemeindehaus in Selzach

Schänzli 2017<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>reformiert-solothurn.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>50</div><div class='bid' style='display:none;'>1755</div><div class='usr' style='display:none;'>45</div>

Das Schänzli wird 50 Jahre
Otfried Pappe,
durch viele Hände gegangen
50 Jahre Reformiertes Gemeindehaus Schänzli in Selzach

Ein Psalm ist wie ein abgegriffener Stein, durch viele Hände gegangen und schön geworden durch die Wärme der Geschwister. Fulbert Steffensky schreibt diesen schönen Satz in seinem Buch Das Haus, das die Träume verwaltet, und fragt dabei nach den Dingen, die uns im Herzen liegen, aber auch danach, was wir weitergeben. Was von Hand zu Hand gegeben wird erkaltet nicht, bleibt lebendig. Kirchen waren von jeher Orte des Weitergebens und der Vergewisserung. Psalmen wurden gelesen und das Evangelium von der Liebe Gottes, die jedem Menschen gilt, gepredigt.

Kirchen waren und sind Orte, an denen sich Biographien festhaken können und erkennbar werden. Gemeindehäuser tun dies auch, dachte sich die Reformierte Kirchgemeinde in Selzach vor über 50 Jahren. Gottesdienste durfte sie in der katholischen Kirche feiern, dort genoss sie Gastrecht. Schon damals ein Stück gelebte Ökumene.
Alice Häni, Hanni Gisiger, Alfred Spycher, Fritz Wenger und Hans Wegmüller und andere mehr aber fanden: Es ist an der Zeit, dass für die Reformierten im Dorf auch ein geeigneter Raum geschaffen werden soll, wo sie Ihre Anlässe durchführen und sich versammeln können. Das war 1964.

Es wurde beschlossen, folgendes Inserat aufzugeben, um Geld zu sammeln für Bausteine eines reformierten Zentrums.
Der Vorstand hat beschlossen, dass jede reformierte Familie eine Sparbüchse bekommt, um es Jedem Einzelnen zu ermöglichen, nach seinem Wollen und Können das Ziel verwirklichen zu helfen.
P.S. Wer meint, er gehe sowieso nicht zur Kirche und brauche deshalb an der Aktion nicht mitzumachen, möge bedenken, dass auch in andern Vereinen ein Passivbeitrag von Fr. 3.50 erhoben wird.

Am 23. September 1964 kam die Meldung, dass die kath. Kirchgemeinde ihre Kirche abreissen und eine neue, grössere bauen möchte. Somit könnten die Reformierten die Kirche übernehmen. Ein Herr Linus Birchler meldete sich und konnte nicht begreifen wie es möglich sei, eine alte, wunderschöne Kirche niederzureissen. Dies sollte einem Christen wiederstreben, war in seinem Brief zu lesen. Am Ende blieb es damals so, wie es heute ist.
Die Suche nach einem geeigneten Grundstück für das Kirchgemeindehaus ging also weiter. Und sie hatte Erfolg.

Frau Anderegg-Mathys war bereit, ein Grundstück zu verkaufen. Bis heute steht dort das Kirchgemeindehaus Schänzli.
Der damalige Gemeindeverein der Reformierten Kirchgemeinde suchte weiter nach Möglichkeiten der Finanzierung. In dieser Zeit überschritt die Kirchgemeinde in Selzach die Schwelle von 1000 Mitgliedern und hatte somit Anspruch auf eine eigene Pfarrperson. Damit wurde klar: Jetzt wird gebaut!
In vielen Fronarbeitsstunden, Freiwilligenarbeit, Basar und Gemeindeunterstützungen kam es zum Gemeindehausbau, das im Jahre 1967 schliesslich auch eingeweiht wurde.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten ist das Schänzli ein Ort des Weitergebens und der Vergewisserung geworden. Eltern kommen mit ihren Kindern zur Taufe und junge Menschen treffen sich zum Konfirmandenunterricht und an mindestens zwei Sonntagen im Monat wird zu den verschiedensten Gottesdiensten eingeladen. Die Kleinen treffen sich zur Kinderkirche oder zum konfessionellen Fenster, die Senioren zum Schänzlicafé in ökumenischer Runde, um nur einige Aktivitäten zu nennen. Inzwischen wurde es zweimal umgebaut, und schon von Weitem grüsst ein Glockenstuhl mit seiner Glocke.
Vielleicht ist das Schänzli schon wie ein abgegriffener Stein. Viele Menschen sind in den vergangenen Jahrzehnten ein und aus gegangen, haben ihre Freude, Erwartungen oder ihre Sorgen mitgebracht, manches sicher auch dagelassen. Alle haben es lebendig gehalten, und viele Menschen in und aus Selzach können ihre Biographie mit dem Reformierten Gemeindehaus verknüpfen. Schöne und beeindruckende, sicher auch enttäuschende. Ebenso, wie das Leben ist.

Am 26. und 27. August wollen wir ein halbes Jahrhundert Schänzli feiern.
Dazu sind alle herzlich eingeladen.
Am Samstag, 26. August, wird das Festwochenende um 14:00 auf dem Parkplatz vor dem Schänzli eröffnet. Danach erwartet alle Besucherrinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm:

- Ausstellung zur Baugeschichte des Schänzli
- Familien-Quiz mit Gewinnpreisen
- die Kirchgemeinde stellt sich vor
(Info- und Kreativstände für verschiedene Altersgruppen)
- Trommelworkshop ab 14:30 (mit Auftritt im Festgottesdienst am Sonntag)
- Kasperli-Theater 16:30
- Flohmarkt für Kinder
- Kino am Abend
- Kirchencafé im Begegnungsraum
- Abendprogramm mit Musik und Wein
- Herzhaftes vom Grill

Am Sonntag, 27. August, feiern wir um 10:00 einen Festgottesdienst im Schänzli.
Im Anschluss daran gibt es Paella im Festzelt.
Sie sind herzlich eingeladen. Du auch!


Anna Schreiber
Otfried Pappe
Bereitgestellt: 01.08.2017     Besuche: 17 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch