Die Reformierte Kirchgemeinde Solothurn verantwortungsvoll weiterentwickeln
Die Reformierte Kirchgemeinde Solothurn steht vor der Herausforderung, auch mit weniger Ressourcen den kirchlichen Auftrag gemäss der Kirchenordnung zu erfüllen: «Die Kirchgemeinde ist gerufen zum Hören und Tun des Wortes Gottes, zur Gemeinschaft im Gottesdienst und im Alltag, zur Weitergabe ihres Glaubens und zum solidarischen Dienst an den Menschen» (Kirchenordnung des Evangelisch-reformierten Synodalverbandes Bern-Jura, Art. 18 Abs.1).
Die schwindenden Einnahmen und sinkenden Mitgliederzahlen geben Anstoss dazu, den Fokus der Kirchgemeinde zu schärfen und strategische Schwerpunkte zu setzen, um haushälterisch und verantwortungsbewusst mit den Ressourcen umzugehen und dabei als Kirchgemeinde weiterhin attraktiv zu bleiben.
Viele Menschen wissen heute nicht mehr, wofür Kirche neben dem Feiern von Gottesdiensten am Sonntag steht. Themen wie Seelsorge, soziale Betreuung, Diakonie etc. sind mit ihrem gesamtgesellschaftlichen Mehrwert von der Bevölkerung insgesamt breit gestützt. Es ist aber wenig bekannt, dass dieses Engagement auch heute noch zu einem grossen Teil von den Kirchen erbracht wird. Gutes zu tun aber nicht darüber zu reden, unterstützt indirekt Kirchenaustritte. Hier soll ein Umdenken in der Kommunikation nach aussen angestossen werden.
In dem seit drei Jahren laufenden Zukunftsprozess wurde die Frage aufgegriffen, wie die Kirchgemeinde ihre Tätigkeiten besser auf die aktuellen Bedürfnisse der Kirchgemeindeglieder bzw. der Bevölkerung ausrichten kann, auch wenn die Finanzen knapper werden.
Innerhalb der Gesellschaft finden Entwicklungen statt, die von einem neuen Zeitgeist hin zu mehr Individualisierung getragen werden. Die Botschaft der bedingungslosen Liebe Gottes zu allen Menschen ist dabei nicht verhandelbar, sie braucht vielfältige Gefässe. Das Ringen um die Richtung, das Abwägen zwischen der traditionellen Ausrichtung der Kirche und neuen Formaten und die Frage nach dem, was bleiben soll und was aufgegeben werden muss, wird in dieser Legislatur vorangetrieben.
Der Legislaturplan 2025–2029 enthält vier Schwerpunkte zu den Themen «fokussierte Entwicklung von attraktiven Angeboten», «gesunde Finanzen», «Gemeindekultur» und «Sichtbarkeit». Diese Themen stehen für den Kirchgemeinderat im Zentrum der Legislatur und werden mit den notwendigen Massnahmen begleitet.
Schwerpunkt 1
Zukunftsweisend den Fokus der Kirchgemeinde schärfen und stärken
Damit die Kirchgemeinde mit weniger Ressourcen ihre Aktivitäten auf die Bedürfnisse der Mitglieder bzw. der Bevölkerung ausrichtet, wird in Zusammenarbeit mit allen Akteuren und mittels Befragungen die neue Ausrichtung der Kirchgemeinde bis zum Ende der Legislatur festgelegt und umgesetzt. Die Ressourcen der Kirchgemeinde werden zielgerichtet eingesetzt und das vorhandene Entwicklungspotential wird genutzt. Der Kirchgemeinderat fördert dabei innovative Projekte und stützt gleichzeitig bewährte und beliebte Formate und die ehrenamtlich tätigen Menschen in ihrem Wirken. Bei der Priorisierung wird ein Fokus auf die Wirksamkeit der Aktivitäten gelegt.
Schwerpunkt 2
Langfristig gesunde Finanzen sichern
Wir sichern langfristig gesunde Finanzen in denen Ausgaben und Einnahmen im Gleichgewicht stehen und die Jahresrechnung ausgeglichen ist. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen mehr Erträge generiert werden und die Ausgaben mittels nachhaltiger Planung zielgruppengerecht gesteuert werden. Der langfristige Werterhalt der verbleibenden Liegenschaften wird strukturiert aufgebaut und abgesichert.
Schwerpunkt 3
Wir sind EINE Gemeinde – Wir wachsen immer mehr zusammen
Die Reformierte Kirchgemeinde Solothurn besteht aus fünf Gebieten mit jeweils einer Kirche resp. einem Kirchgemeindehaus in 14 politischen Gemeinden. Der Kirchgemeinderat fördert das weitere Zusammenwachsen dieser Gemeindeteile mit gebietsübergreifenden Gottesdiensten, Seelsorge, Diakonie, Konfirmandenunterricht, Kultur- und Familienangeboten, Ökumene und kirchlicher Erwachsenenbildung. Die Pfarrpersonen haben unterschiedliche Schwerpunkte und wirken über die ganze Kirchgemeinde. Wir etablieren eine WIR-Kultur auf allen Ebenen. Alle Angebote der Kirchgemeinde werden standortunabhängig verstanden.
Schwerpunkt 4
Attraktive Ausstrahlung - Öffentlichkeitsarbeit stärken
Unser Profil ist in der Gesellschaft klar erkennbar. Die Reformierten Kirchgemeinde Solothurn tritt nachhaltig sichtbar und selbstbewusst auf. Alle Freiwilligen, Angestellten und ehrenamtlich Tätigen sind «Öffentlichkeitsarbeit» im Sprechen und im Handeln. Jede Einzelne und jeder Einzelne ist damit Botschafterin und Botschafter für die attraktive Ausstrahlung unserer reformierten Kirchgemeinde. Diese Haltung wird vom Kirchgemeinderat gefördert durch Partizipation, Teilhabe und Vertrauenskultur.
Die Menschen werden zielgruppenkonform angesprochen; dazu gehören die passende Ästhetik, die Sprache und die Inhalte als auch die entsprechenden Kommunikationskanäle und das einheitliche Erscheinungsbild. Wir bewerben unsere Angebote professionell über die ganze Kirchgemeinde hinweg und nicht nur vor Ort in den Gemeindeteilen. Unsere Öffentlichkeitsarbeit erhält ein klares Konzept und Ressourcen; sie fügt sich inhaltlich ein in die anderen Strategieziele und unterstützt diese.
Alle Gemeindemitglieder sind eingeladen, aktiv mitzuwirken, mitzudenken und mitzuhandeln, damit die Reformierte Kirchgemeinde Solothurn ihren Auftrag auch in Zukunft erfüllen kann und attraktiv für alle Menschen bleibt.