Hoffnung: Manchmal kommt sie uns gerade recht und billig, um nicht Verantwortung übernehmen zu müssen. Dann wieder packen wir ihren Antrieb, um etwas zu gestalten oder zu verändern. Pfarrer Koen De Bruycker spricht von verschiedenen Hoffnungen und hält sie auseinander, vom Wunsch und vom verankerten Zukunftsglauben.
Blicke ich auf das vergangene Jahr zurück, kann ich dem Sprichwort «Die Hoffnung stirbt zuletzt.» nur zustimmen. Das Jahr 2020 hat gezeigt, wie sehr der Mensch von der Hoffnung lebt. Sie ist ein Lebenselixier in Krisen. Ohne Aussicht auf eine bessere Zukunft wäre die Gegenwart trostlos.
GLAUBEN
IST HOFFEN
TROTZ ALLEM
Einerseits warten die Menschen sehnlichst auf den Impfstoff, der im neuen Jahr die Corona-Pandemie aus der Welt schaffen soll. Andererseits können viele überall auf der Welt den Mittwoch, 20. Januar 2021 kaum erwarten, an dem in den USA die Präsidentschaft von Joe Biden offiziell beginnt. Ob der neue Präsident den vielen Erwartungen gerecht werden kann?
Persönlich reichen mir diese Hoffnungen aber nicht aus. Ich bin zwar stolz, Mensch zu sein, ausgestattet mit Kreativität und Erfindungsgeist. Doch die Zukunft der Welt ganz in menschliche Hände zu legen, würde ich mich nicht trauen.
Zum Glück kann ich meine Hoffnung auf Gott setzen. Ich glaube zutiefst, dass Gott der Menschheit in Jesus Christus die Hoffnung geschenkt hat, dass das Leben alle Krisen überwindet und dass die Zukunft in guten Händen ist. Der Theologe und Autor Jürgen Moltmann bringt es auf den Punkt: «Christlicher Glaube ist zukunftssüchtig, es ist Hoffnung, Aussicht und Ausrichtung nach vorn, darum auch Aufbruch und Wandung der Gegenwart.»
Pfarrer Koen De Bruycker
Januar 2021
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