Samuel Stucki

Wätterfescht u bodeschtändig

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Geschichten einer Bauersfrau

Mit Herz und Gemüt

Im Herbst erscheint das Geschenkbuch mit 15 Geschichten aus dem Leben von Bethli Lüthi, Bauersfrau in Balm bei Günsberg.
Illustrationen: Rolf Imbach, Solothurn.

Exklusiv als Vorabdruck steht hier eine erste Geschichte.

Wer das Projekt unterstützen möchte, oder mehr erfahren will, kann sich melden bei:
Pfr. Samuel Stucki, Riedholz.
Samuel Stucki,
Es het aues sini Zyt!
Dur s’ganze Johr dure…
S’neue Johr isch yzoge. Was bringt’s üs ächt? Ig glaube, es wird scho gfühert, was wei mer jetz scho Angscht ha. Es Gspräch mit üsem Schöpfer isch jetz a der Reihe. Mir bitte um Chraft und Zueversicht i Huus und Stall, dass mer das aagfangne Johr chöi meischtere.
Ig luege zum Fänschter us! Es tuet guet, d’Schneeflocke z’gseh. Sie falle ergiebig.
E wahri Pracht, dä wyss Teppich, so wyt me gseht. Es mummelet üsi Hüser ine Wattepelz y und mir chöi’s chly ruehiger näh und der läng Jäner gniesse.
Mit der Narrezyt sett‘s doch hornere und Tauwätter gäh. Statt dessi schneit’s und schneit’s und es hanget no viel vo dere wysse Bouele am Himmel. Es foht d’Buure langsam afoh chützele. No nüt vo Märzestaub! Es bruucht haut aues sini Zyt!
Doch jetz brust e laue Luft und über Nacht wird’s troche. D Traktore si fasch nümme z’brämse, sie surre und rattere mit Mischt, Bschütti, Pflueg, Egge und Säjmaschine. D’Ächer sy bstellt. Gott, sägne üsi Ächer und Fälder!
Der Garte wird gjättet und umestoche. Aber der April meint, är müess au no zeige, wie’s sig mit Rieselböhnli, Räge und Schnee! Eso vergoht eim s’Gärtnere und de putzt me haut der Winterstaub zum Huus us.
D’Bueche trybe, i der Hostet stöh d’Bäum ir schönschte Bluescht. Fiire sie ächt Erschtkommunion oder Hochzyt? S’isch glych was, „es isch eifach prächtig“, es Wunder, wie s’ alli Johr wieder chunnt und me‘s ma erwarte – „die Zyt“.
D’Schmale hei gstosse. Sie blüehe und stübe. S’Wätter isch guet, me cha heue. Es wird gjuflet, gmäjht, gwändet und heigfüehrt, dass es emel de am Schärme isch, wenn’s wett cho rägne. Rägne, das isch aber das Johr i üsere Gägend e fromme Wunsch gsy. Der Heuet isch verbii gsy. Es isch immer heisser worde. Do het me afoh bättle, dass es chäm cho rägne. Do si heftigi Stürm mit schwäre Gwitter aagseit und scho heimer wieder um d’Ärn kummeret. Wenn’s es nume nid verhaglet oder i Bode ine schlaht! S’isch de Gott sei Dank nid cho, wie mes befürchtet het. Me hett wäg der Hitz und Tröchni ehnder chönne afoh drösche, der Ertrag vom Chorn isch spitz und gringer gsy aus süsch.
Die schöni Farbepracht im Herbscht cha sich wäg der grosse Dürri au nid rächt zeige. D’Blettli si zum grosse Teil scho grüen und dürr abgfalle. E z’trochni Zyt, e z’nassi Zyt, beides isch unbestritte: es schadt em Chorn, de Härdöpfu, de Rüebe – au de Frücht und em Gmües.
Trotzdäm wie mer zfriede sy und üs nid z’fescht lo betrüebe. Es het vo auem öppis gäh. Mir wei für auses vo Härze „Danke“ säge! Es chunnt wieder es nöis Johr! Es bruucht und het haut aues sini Zyt!
Bereitgestellt: 24.04.2019     Besuche: 52 Monat 
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